Manchmal, vor allem wenn wir an einem Song oder Track für eine lange Zeit gearbeitet haben, kann es schwierig sein zu sagen, ob ein Sound zu laut oder zu leise im Mix ist. Oder ob ein Effekt zu intensiv oder zu niedrig eingestellt ist. Wir werden betriebs-taub, was Details angeht.

Es gibt zwei Dinge, die Du dagegen tun kannst. Entweder, wenn Du an einem Song für viele Stunden gearbeitet hast, aber keine Frist droht, und es ist sowieso schon spät ist, solltest Du einfach ins Bett gehen. Ernsthaft. Die Chancen stehen gut, dass Du den Mix eher verschlimmbesserst. Müdigkeit kann nämlich auch Deinen Gehörsinn verschlechtern. Morgen wirst Du wahrscheinlich in der Lage sein, alles mit "frischen Ohren" zu hören.

Mixen mit Extremen

Manchmal aber ist das einfach nicht drin.

Was ist, wenn Du fertig werden musst, weil Du einen Termin hast und Du spät dran bist?

Die Art und Weise, wie unsere Sinne funktionieren, ist, dass etwas, was kontinuierlich vorhanden ist, einfach herausgefiltert wird. Das gilt nicht nur für unser Gehör, sondern auch unsere anderen Sinne, wie unseren Geruchssinn. In jeder Sekunde gibt es eine Vielzahl von Informationen für unser Gehirn zu verarbeiten. Um uns davor zu bewahren, verrückt zu werden, muss alles, was nicht wichtig ist, herausgefiltert werden. Ansonsten würden wir mit unzähligen Informationen bombardiert werden und unser Geist würde in kürzester Zeit überlastet werden.

Während dieses Filtern natürlich hilfreich ist, kann es zu Problemen beim Mixen führen. Ein Weg, um dies zu umgehen, ist mit Extremen beim Mixen zu arbeiten. Bist Du Dir nicht sicher, ob eine bestimmte Spur die richtige Lautstärke im Mix hat? Nimm den Fader ganz herunter und bringe ihn dann langsam wieder nach oben. Oder bringe die Spurlautstärke ganz nach vorne, um sie dann langsam wieder nach unten zu ziehen. Auf diese Weise ist es viel einfacher, den "Sweet Spot" zu finden.

Das gleiche gilt für die Menge an Wetness von Effekten. Wenn Du Dir unklar über die Menge des Hallanteils für etwas bist, nimm ihn komplett heraus, so dass Du nur den trockenen Sound hörst. Drehe nun langsam den Dry/Wetness-Regler bzw. den Send wieder auf.

Das funktioniert, weil wir durch die extremen Veränderungen plötzlich wieder die Geräusche neu verarbeiten, die vorher zu vertraut geworden waren, um von uns wirklich registriert zu werden. Du glaubst mir das nicht? Probier es einfach aus.