In den letzten Jahren hat Ableton zwei fantastische interaktive Lernressourcen eingeführt, Learning Music und Learning Synths, über die ich bereits geschrieben habe. Jetzt haben sie ihr Angebot für Projekte für den Unterricht überarbeitet. Technisch gesehen sind diese als Lehrmittel für MusiklehrerInnen von Schulkindern gedacht, aber sie enthalten auch Unterrichtsprojekte, die Du selbst oder vielleicht für Deine Kinder, falls Du welche hast, nützlich finden könntest. Schauen wir uns also einmal an, was Ableton hinzugefügt hat.

Es sind derzeit vier Unterrichtsprojekte verfügbar, die jeweils Unterrichtspläne, Aktivitäten und unterstützende Lernressourcen enthalten. Es gibt sowohl herunterladbare Live Sets als auch Google Docs, die so verwendet werden können, wie sie sind, oder nach Bedarf umstrukturiert werden können. Im Moment sind sie alle auf Englisch, Deutsch und Japanisch verfügbar. Die Hauptseite bietet schnellen Zugriff auf diese Unterrichtsprojekte, die interaktiven Ressourcen, alle vorhandenen YouTube-Videos zu Ableton Live 11 und Push 2, eine Facebook-Gruppe, Veranstaltungen und ein paar hilfreiche Grundlagen aus der öffentlichen Knowledge Base.

Erste Schritte mit Ableton Live

Dieses Projekt ist in zwei Lektionen gegliedert, die jeweils etwa 90 Minuten lang sein sollen. Eine für die Grundlagen in der Session-Ansicht, eine für sie in der Arrangement-Ansicht. In der ersten, die sich mit der Session-Ansicht beschäftigt, kannst Du oder die Schüler lernen, wie man mit Clips arbeitet, wie man in der Session-Ansicht und Lives Browser navigiert, sowie wie man aus der Session-Ansicht in die Arrangement-Ansicht aufnimmt. Der zweite Teil zeigt, wie man in der Arrangement-Ansicht und Lives Browser navigiert, wie man mit Clips und Automation in der Arrangement-Ansicht arbeitet, wie man Audio exportiert und zu guter Letzt geht es um essentielle Shortcuts, die jeder kennen sollte.

Musik aus Alltagsgeräuschen

Ich freue mich sehr, dass dieses Thema gleich nach der Vermittlung der Grundlagen in Live als Unterrichtsprojekt eingeführt wird, denn es ist etwas, das jemandem unendliche Möglichkeiten gibt, für Sounddesign-Ideen öffnet und das alltägliche Hörerlebnis in der Welt zu einem potenziellen Instrument macht. Es ist ein Thema, das ich gerne Schülern beibringe, vor allem, weil heutzutage viele von ihnen einen Recorder, ihr Telefon, immer dabei haben. Ich persönlich verwende Field-Recordings in allen meinen Songs.

Dieses Projekt ist in drei Lektionen unterteilt, jede mit einer maximalen Länge von 105 Minuten. In Lektion eins geht es darum, Field-Recordings zu erstellen und zu bewerten, wozu sie gut sein könnten. In Lektion zwei lernst Du bzw. die Schüler, wie man Drum Racks und Simpler mit gefundenen Sounds verwendet und die Grundlagen des Sounddesigns mit Simpler. In Lektion drei schließlich lernen sie, wie man MIDI-Noten mit der Maus und mit einem MIDI-Controller hinzufügt, und erhalten eine Einführung in Drum-Patterns.

Einen Soundtrack erstellen

Dieses Projekt besteht wieder aus drei Lektionen, die jeweils maximal 105 Minuten lang sind. Es erscheint mir also eine gute Möglichkeit, etwas über Musikkomposition und Filmmusik zu lernen. In Lektion eins geht es um die Erkundung der Musik von Filmtrailern in Beispielen sowie um ein Live-Set, in dem filmische Samples geschichtet und erste musikalische Ideen erzeugt werden können. In Lektion zwei analysierst Du oder die Schüler zunächst Klänge, die von Filmkomponisten verwendet werden, und lernen dann, wie man Bilder als Inspiration nutzt, einschließlich der Aufnahme von MIDI und Automation in Lives Arrangement-Ansicht. In Lektion drei soll es um die Zusammenarbeit gehen, indem man gemeinsam musikalische Arrangements mit Standbildern oder Videos als Inspirationsquellen innerhalb des mitgelieferten Cinematic Performance Live Sets erstellt.

Die Kunst des Mashups

Dieses letzte Unterrichtsprojekt besteht aus noch drei weiteren Lektionen, deren Dauer auf maximal 105 Minuten geschätzt wird. In Lektion eins hören sich die Schüler eine Sammlung von Mashups an und dekonstruieren sie. Außerdem lernen sie, die Warp-Funktion von Ableton Live für Time-Stretching und Pitch-Shifting zu nutzen, was für das Kombinieren verschiedener Songs praktisch ist. In Lektion zwei geht es um die rechtlichen Aspekte des Urheberrechts bei der Erstellung von Mashups und darum, wie man Probleme vermeiden kann, indem man Material von Creative-Commons-Künstlern bezieht. Die Audio-Editierfunktionen in Lives Arrangement-Ansicht werden ebenfalls erkundet, um das gesammelte Material kreativ zu einzigartigen Loops zu verarbeiten. In Lektion drei entwickeln die Schüler ihre eigene Mashup-Performance für einen Grid-basierten MIDI-Controller und führen sie schließlich live auf, während sie auf Video aufgenommen werden.

Wenn Du Musik für Schüler unterrichtest oder diese Ressourcen für Dich und/oder Deine Kinder verwendest, hinterlasse mir einen Kommentar, um Deine Erfahrungen damit zu teilen. Ich würde gerne Deine Gedanken dazu hören.