In der elektronischen Musik heutzutage, vor allem in Techno und House, wird das Layering von Kicks sehr oft gemacht. Ich persönlich benutze diese Methode kaum und ziehe es vor, die eine Bassdrum, die ich verwende, genau richtig klingen zu lassen. Allerdings mixe ich meine Songs nicht mit der Kick ganz vorne und direkt im Gesicht. Wenn ich keinen guten Sound dafür finden kann, haue ich einfach aufs Mikro, was immer bereit steht. Probiere es aus, es funktioniert wirklich gut.

Mehr ist nicht immer besser

Layering Kicks hat seine Vorzüge, kann aber auch Nachteile haben, wenn es nicht richtig angewendet wird. Einige Produzenten schichten ein Dutzend Sounds oder so auf einander, in der Hoffnung, dadurch die perfekt klingende Kick zu bekommen. Sie vergessen nur eine wichtige Sache. Je mehr Schichten man hat, desto leiser wird alles klingen und desto schwerer ist es zu mixen. Und eine Phasenverschiebung zwischen den Kicks könnte auftreten, so dass Deine Kick bescheiden klingt.

Wenn Du also diese Methode verwenden möchtest, tun Dir selbst einen Gefallen und begrenze die Menge der verschiedenen Samples von Anfang an. Zwei genügen im allgemeinen. Eins für die Bässe, das andere zum Formen der mittleren und hohen Frequenzen. Gelegentlich kann man ein drittes Sample benötigen, um die Mitten zu füllen.

Vergiss den Bass nicht

Versuche, eine Kick zu finden, die bereits ziemlich gut mit einem abgerundeten Bass klingt. Teste sie in Kombination mit Deiner Basslinie. Schlagzeug und Bass werden nicht ohne Grund die Rhythmussektion genannt. Beide müssen gut zusammenarbeiten. Die Beziehung zwischen der Kick und dem Bass ist besonders wichtig in allen Arten von elektronischer Musik. Was auch immer Du mit Deiner Kick machst, vergiss nicht, sie zusammen mit dem Bass auszuprobieren, dass sie gut zu einander passen.

Wählen & Stimmen

Jetzt ist es Zeit, eine zweiten Kick auszuwählen, die ordentlich viele Frequenzen im mittleren und hohen Bereich hat. Wenn Du keine gut passende findest, versuche eine leichte Änderung in der Tonhöhe und probiere, ob die beiden Kicks nun besser zusammenpassen. Während Du schon einmal dabei bist, könntest Du gleich die Kick an die Tonart des Tracks anpassen. Der neue Tuner-Audioeffekt in Live kann Dir dabei helfen.

Der EQ ist Dein Freund

Layering Kicks in Ableton Live

Es ist relativ wahrscheinlich, dass die zweite Kick auch einiges in den Tiefen bietet, die im Wettbewerb mit dem ersten Kick-Sound steht. Schließlich soll es eine Kick sein. Um dies zu beheben, können wir einen EQ verwenden - in Ableton Live ist der EQ Eight am besten dafür geeignet - die Frequenzbereiche zu kappen, die sich bei beiden Samples überlappen.

Die Kick mit dem guten Bassbereich könnte einen Schnitt im mittleren und hohen Frequenzbereich brauchen, die andere sicherlich einen Schnitt im Bass. Wenn Du unsicher bist, füge Spectrum (oder ein ähnliches Tool für die Frequenzanalyse in der DAW Deiner Wahl) der Masterspur hinzu und schau immer wieder drauf, wenn beide Samples zusammen abgespielt werden. Achte auf Höcker oder Täler im Frequenzbereich und justiere den Cut off, bis sie verschwunden sind.

Eine Phase?

Und dann gibt es natürlich noch die Möglichkeit der Phasenauslöschung. Dies geschieht, wenn eine der beiden Kick-Samples mit der anderen phasenverschoben wurde, was dazu führt, dass der Ton leiser wird oder sogar vollständig wegfällt. Zwei fette Kicks machen nicht unbedingt eine noch fettere.

In Live kann man den Utility-Effekt auf einer der Spuren mit den Kick-Samples verwenden, beide Phasenkontrollen (Phz-L und Phz-R) einschalten und den Sound beider Samples miteinander vergleichen. Notfalls kannst Du an beide Samples näher heranzoomen und eins dann so verschieben, dass die Wellenhöcker und -täler übereinstimmen. Vergewissere Dich, dass Du das Gain-Staging nicht überspringst.

Sobald Du die Samples zu einer perfekten, kraftvollen Kick zusammengestellt hast, hängt es von Dir ab, ob Du mit den Samples direkt in gruppierten Audiospuren arbeiten möchtest oder nicht. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Samples einem Drum Rack hinzuzufügen, damit man sie auch für Gigs, Jams oder andere Tracks verwenden kannen. Vergiss nicht, die EQs hinzuzufügen und die Einstellungen zu transponieren.

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