Dieser Artikel ist der zweite und letzte Teil einer Mini-Serie über die Reihenfolge von Audio-Effekten in Ketten. Teil Eins betrachtet die verschiedenen Arten von Audioeffekten und gibt einige Empfehlungen für die übliche Reihenfolge dieser Effekte und Effekttypen.

Während es Regeln für die Musikproduktion gibt, müssen sie manchmal gebrochen werden. Sie sind sowieso eher Richtlinien als Regeln. In diesem Teil werfen wir einen Blick auf fünf Beispiele von Effektketten, die die typische Reihenfolge der Effekte brechen, um ein bestimmtes Klangergebnis zu erzielen.

Die Ketten in den Beispielen enthalten nur drei Effekte in einer einzigen Kette, die als ungemappte Audio Effect Racks zum Download und Testen am Ende dieses Beitrags zur Verfügung stehen. Bitte entgruppiere sie und scheue Dich nicht, verschiedene Reihenfolgen und ihre Wirkung zu probieren. Drag 'n' Drop und viel Spaß mit der Erforschung der verschiedenen Klänge, die man damit erschaffen kann.

Ich habe diese fünf Ketten in Return Tracks in Ableton Live benutzt, so dass ich sie schnell zum selben Drum-Loop für einen besseren Vergleich hinzufügen konnte. Hör Dir den trockenen Drum-Loop an:

 

Effektkette Beispiel 1

Dieses erste Beispiel enthält Reverb, Frequency Shifter und Erosion. Im Allgemeinen würde der Reverb zuletzt platziert werden, damit der Hallschweif nicht mit beeinflusst wird. Diesmal aber das ist genau das, was ich erreichen wollte. Beide Frequency Shifter und Erosion sollen dem gesamten Sound, inklusive dem Hallschweif des Reverbs, ein wenig Grus und Schmutz zufügen.

 

Effektkette Beispiel 2

Dieses nächste Beispiel enthält jeweils eine Instanz von Flanger, Auto Pan und Auto Filter. Wieder habe ich einen Modulationseffekt für den ersten Platz gewählt, diesmal den Flanger. Das ganze schafft einen sehr modulierten Klang in sowohl Frequenz als auch Panorama, und klingt manchmal sehr metallisch. Die Automatisierung einiger der wichtigsten Parameter in den Effekten könnte das ganze natürlich viel weiter bringen.

 

Effektkette Beispiel 3

Beispiel Nr. 3 verwendet einen Ping Pong Delay, einen Beat Repeat und einen Vocoder, um Drive und Bounce dem Drum-Loop hinzuzufügen, ab und zu noch einen Glitch dazu. Delays sind besonders nützlich, um dieses getriebene Gefühl zu beschwören. Der Vocoder nach dem Beat Repeat platziert, beeinflusst die Störungen klanglich, was es interessanter und vielfältiger macht.

 

Effektkette Beispiel 4

Beispiel Nr. 4 nutzt je eine Instanz von Simple Delay, Saturator sowie Chorus, um einen eher industriellen Beat aus dem Drum-Loop zu erzeugen. Da der Delay an erster Stelle steht, beeinflussen Saturator und Chorus auch die Verzögerungen und nicht nur die ursprüngliche Klangquelle. Es wird der Drive vom Saturator und mehr Bassschwere mit dem Chorus erschaffen, die den Drum-Loop auch ohne eine zusätzliche Bass-Linie funktionieren lässt.

 

Effektkette Beispiel 5

Unsere fünfte und letzte Beispiel-Effektkette enthält Filter Delay, Multiband Dynamics und Auto-Filter. Mit dieser Kette können wir hochfrequente Rhythmen erzeugen, die sich nicht in dem trockenen Drum-Loop befinden. Du könntest sie für z.B. nur einen Breakdown, oder wenn Dein Track insgesamt zu wenig Höhen aufweist, hinzufügen.

 

Das sind natürlich nur einige Beispiele von Reihenfolgen in Effektketten. Es gibt massig andere Variationen, die man allein mit allen Audio-Effekten in Live erstellen könnte. Wenn du Max für Live-Geräte und Plug-ins ins Spiel bringst, hast du unendlich viele Möglichkeiten. Viel Spaß beim Erkunden!


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