Wenn ein Song oder eine Spur gut arrangiert ist, ist das Mixen viel einfacher. Im Laufe der Jahre habe ich viele Tracks abgemischt, die sehr schwierig zu mixen waren, da sie im Wesentlichen Änderungen im Arrangement erforderten, die im Mix nur schwer zu beheben waren.

Verwende Spectrum, um den Frequenzbereich oder den Spitzenwert von Instrumenten zu bestimmen.

Das Layering von Kicks ist seit Jahren ein Trend, aber erst in den letzten ein oder zwei Jahren habe ich mehr Mix-Anfragen für Tracks bekommen, die auch Schichten von Bass-Spuren hatten, die zusammen mit den Kicks den Mix viel zu muffig klingen ließen.

Während wir oft denken, dass Arrangement und Mix zwei unterschiedliche Stadien und Prozesse sind, je besser im vorherigen Prozess gearbeitet wurde, desto einfacher ist es in den folgenden. So wie man nicht erwarten kann, dass eine Aufnahme in schrecklicher Klangqualität am Ende so gut wie eine professionelle Aufnahme klingt, egal, wieviel man editiert und fortschrittliche Plugins verwendet, kann man auch nicht erwarten, dass die eigenen ungünstigen Arrangement-Entscheidungen im Mix geglättet und verborgen werden können.

Nicht Über-Arrangieren

Je mehr einzelne Spuren in Deiner Musikproduktion enthalten sind, desto schwieriger ist es, sie zu mischen. Es dauert nicht nur länger, bis jeder Track richtig glänzt und im Mix sitzt, sondern je mehr Spuren Du verwendest, desto leiser wird der Mix ohne die strategische Verwendung von EQ und Komprimierung. Das ist wirklich nur einfache Mathematik.

Ein gutes Musikstück ist nicht durch die Anzahl der Spuren definiert. Mehr ist oft nicht besser. Überleg Dir also, welche Elemente Du wirklich benötigst. Idealerweise, bevor Du Zeit mit dem Erstellen verbringst. Solange Du jedoch nicht zu stark daran verhaftet bist, kannst Du sie jederzeit bearbeiten. Wie wäre es, wenn Du diesen Synth-Part nur im zweiten Refrain/bei der Steigerung spielen lassen würdest, anstatt ihn komplett durchzuspielen?

Und denk immer daran, dass Musik nicht nur Klang ist. Es ist auch Stille, die leisen Stellen und der Raum zwischen den Noten. Wenn Du möchtest, dass ein Teil mehr Wirkung erzielt, erstelle kurz zuvor einen leiseren Part, damit die Dynamik kontrastreicher wird.

Frequenzen

Überlege beim Komponieren und Arrangieren, welchen Frequenzbereich jedes Instrument einnimmt. Je mehr Instrumente in einem Bereich vorhanden sind, desto schwieriger wird es, einen guten Mix zu erzielen, da die sogenannte Frequenzmaskierung passiert, was bedeutet, dass einige Sounds unter den anderen verschwinden.

Du kannst das Spectrum in Live (oder ein anderes Frequenzanalysewerkzeug) auf dem Master verwenden, dann Spuren solo schalten und nachsehen, welche Instrumente im gleichen Frequenzbereich liegen. Wenn Du mit MIDI-Spuren arbeitest, versuche einfach, die Noten einer von ihnen um eine Oktave nach oben oder unten zu verschieben. Das kann oft genug sein.

Wenn Du einen Sub-Bass verwenden möchtest, stelle sicher, dass Du ihn mit einer Kick kontrastierst, die nicht so niedrig gestimmt ist, sondern Durchschlagkraft besitzt, oder umgekehrt. Es ist zu erwarten, dass sich Bass und Kick im exakt gleichen Frequenzbereich gegenseitig maskieren. Die Wahl eines anderen Kick- oder Bass-Sounds kann den Unterschied ausmachen. Oder Du könntest probieren, die Kick zu transponieren. Ein paar Halbtöne und damit Hertz könnten schon genügen.

Timing & Rhythmus

Besonders für Anfänger ist es ziemlich üblich, mehr Sounds im gleichen Frequenzbereich aufeinander zu schichten, in der Hoffnung, dass es eher so klingt, wie sie es sich vorgestellt hatten. Wenn die Attack- und Release-Zeit der Instrumente oder das Timing der Noten unterschiedlich sind, wird möglicherweise die Energie aus dem Mix genommen, da sie rhythmisch aneinander geraten oder, was sogar noch schlimmer ist, und eine Phasenauslöschung erzeugen.

Um dieses Problem zu vermeiden, konzentriere Dich darauf, eine Hauptmelodie und alle anderen Elemente als unterstützend zu schreiben, um sie zum Glänzen zu bringen und das Gefühl und die Energie des Songs oder Tracks zu vermitteln, an den Du gedacht hast. Lerne auch mehr über Sounddesign, damit Du das Preset an Deine Bedürfnisse anpassen kannst, anstatt andere zu finden, damit sie sich hoffentlich zu dem verbinden, was Du Dir vorgestellt hattest. Wenn Du mit MIDI arbeitest, kannst Du den Clip auf einfache Weise duplizieren und MIDI-Noten auf dem Raster verschieben, um festzustellen, ob sich das Gefühl der gesamten Produktion verbessert.

Wenn Du bereits versuchst, den Track zu mischen und rhythmische Konflikte bemerkst, schalte alle Spuren stumm und schalte die verschiedenen Spuren gleichzeitig paarweise an und höre darauf, zwischen welchen Spuren diese Konflikte auftreten. Was ist, wenn Du die Spur einfach weglässt, die Probleme bereitet? Nimmt es dem ganzen Arrangement etwas weg oder lässt es dies besser atmen und fließen? Wenn das Ausschalten dieser Spur nicht funktioniert als Lösung, gehe in die Clips und vergleiche das Timing und die Position der Noten in den Clips und passe sie dementsprechend an. Manchmal kann es auch funktionieren, die Spurverzögerung (Track Delay) zu verwenden.