Inzwischen gibt es schon einige iPad Controller für Ableton Live. Conductr, jetzt im App Store, hat sich auf die Fahnen geschrieben, eigens für die Live Performance gemacht zu sein. Und das schon einmal in einem sehr schönen und schlichtem Design.

Conductr funktioniert als modulares System, mit bisher drei mitgelieferten Modulen - Clips Modul, Mixer Modul und Master Modul - und User Modulen. Diese kann man in vier verschiedenen Anzeigemodi kombinieren mit 4, 3, 2 ​​oder 1 Modulen auf dem Bildschirm, die auch fliegend gewechselt werden können. Die Idee ist, dass man für jedes Live Set in Ableton Live ein eigenes Projekt in Conductr erstellen kann.

Conductr - verlinkte Clips & Mixer Module

Conductr - linked Clips & Mixer Modules

Die vorhandenen Module haben all die Funktionen, die man erwarten würde. Clips und Mixer Module können miteinander verlinkt werden, so dass man durch die Spuren scrollen kann und die Ansichten jeweils die gleichen Spuren anzeigen. Beide Module haben eine Umschaltfunktion. Im Clips Modul kann so auf die erste Mixer-Ansicht mit Lautstärke-Fader/Mute umgeschaltet werden. Beim Mixer Modul zeigt die zweite Ansicht Panning, Solo und Aufnahmebereitschaft für die Spuren. Außerdem kann hier die Master-Lautstärke eingerastet werden und die maximale Lautstärke der Spuren auf 0 gesetzt werden. Das Master Modul enthält die Transport-Steuerung, die Lautstärke-Fader für Master und Cue, den Crossfader sowie Undo und Redo.

Jedes User Modul kann bis zu 5 Parameter enthalten. Je nachdem, was man mappt, und dies geht übrigens "on the fly" im Learning Modus, werden die Parameter als Fader, Crossfader, Taste oder skalierte Stufen angezeigt. Das Erstellen eigener Module geht dadurch sehr schnell. Die Parameter sind auf 5 begrenzt, da man den 2. Parameter mit zwei Fingern, den 5. dann mit 5 Fingern steuern kann, ohne hinsehen zu müssen, worauf man gerade drückt. Auch ein Reset auf die ursprünglichen Werte der Parameter ist vorhanden.

Parameter 2 in einem User Module mit 2 Fingern gesteuert

Controlling parameter 2 in a User Module with two fingers

Was mir persönlich fehlt, besonders da es sich bei Touchscreens geradezu anbietet, ist ein X-Y-Pad, was aber schon für eines der nächsten Updates geplant ist. Auch die Einschränkung, dass die User Module nur Parameter-Kontrollen von links nach rechts anordnen und man nicht die Auswahl hat, wie die Darstellung sein soll, finde ich persönlich gewöhnungsbedürftig. Allerdings benutze ich schon seit Jahren TouchOSC, wo dies möglich ist, aber das manuelle Mappen dann auch wesentlich langwieriger ist.

Die selbst gemappten Parameter funktionieren übrigens auch dann noch, wenn man die jeweils dazugehörige Spur oder Gerät verschiebt. Leider kann man mit dem Projekt nicht die Module speichern, die zumindest anfangs angezeigt werden sollen. Stattdessen ist ein Projekt immer leer und muss mit den gewünschten Modulen befüllt werden. Dies geht allerdings schnell. Auch können nur Parameter von Spuren und Geräten gemappt werden, nicht so Clips oder weitere Transport-Steuerungen. Genauso können nur die 8 Macros in Racks gemappt werden, aber keine weiteren Parameter.

Clips, Mixer, Maste rund ein User Modul offen in Conductr

Clips, Mixer, Master and one User Module open on Conductr

Conductr bedient die Live User, die Clips abspielen, mixen und mit Effekten herumspielen wollen. Alles, was darüber hinausgeht, z.B. die Aufnahme von MIDI-Clips, Audio-Clips oder im Looper, sind bisher nicht integriert. Wenn Du ein Controllerist bist, der nicht nur ein Live Set bei jedem Gig spielt, könnte Conductr allerdings genau das Richtige sein. Die Möglichkeit, die Module in Sekundenbruchteilen größer oder kleiner zu machen oder sogar auszutauschen sowie die Möglichkeit Parameter zu steuern, ohne auf das Display schauen zu müssen, sind innovativ und machen den Workflow bei Live Performances schnell und unkompliziert. Weitere Module sind schon in Planung und die Macher von Conductr haben ein offenes Ohr für Ideen und Feedback.

Conductr ist für 19,99 Euro im App Store erhältlich