Der heutige Post ist der 100ste. Woohoo! Um es gebührend zu feiern, gibt es heute ein exklusives Interview mit Christian Kleine , Max for Live Entwickler bei Ableton und Schöpfer des DrumSynth. Sein Max for Live Gerät hat schon viel Lob im Live 9 Beta Forum bekommen. Höchste Zeit, mehr von Herrn Kleine über die Entstehung des DrumSynth sowie extra Tipps zu erfahren, wie man davon guten Gebrauch machen kann.

Die Idee vom DrumSynth stammt ja von Dir. Wie kamst Du darauf?

Ich bin seit langer Zeit ein Freund von alten Hardware Drum Synths und Drum Machines wie z.B. dem Pearl Syncussion oder den alten Simmons SDS-5/7 Modulen. Außerdem gab es vergleichsweise wenig "richtige" Software-DrumSynths, zumindest auf dem Mac. Ursprünglich wollte ich den Ableton Impulse mit Synthese-Modulen nachprogrammieren. Mein Kollege Daniel Büttner brachte mich dann auf die Idee, einzelne Module für das Ableton Drum Rack zu kreieren.

Kannst Du uns etwas zu den einzelnen Geräten erzählen? Was ist alles enthalten? Was war Dir wichtig umzusetzen?

Es gibt derzeit 13 verschiedene Devices. Das wichtige (Kick/Snare/Hihat/Tom) und auch exotischeres (Kplus und FM) ist alles vertreten. "kplus" heisst deswegen so, weil hier die "Karplus-Strong" Synthese verwendet wird - zu dieser sagte David Zicarelli (CEO von Cycling '74, dem Machern von Max) scherzhaft, dass es auch der einzige und beste Zweck dieser Synthese-Form sei... Prinzipiell das wichtigste war mir, neben dem Klang, eine sehr dynamische Steuerung mittels Velocity-Daten - daher ist diese Sektion in jedem Device recht umfangreich und es kann nahezu jeder Parameter dynamisch gespielt werden.

Christian hat uns extra ein kleines Demo aufgenommen (nur DrumSynth):

Vielleicht noch ein paar Insider Tips zum Arbeiten mit dem DrumSynth?

Drei Dinge fallen mir spontan ein:

  • exzessiver Einsatz der Session-Automation kann zu unglaublichen Ergebnissen führen
  • 'Hybrid-Kits': das Layern von akustischen Drums mit den DrumSynth Devices ist sehr interessant
  • das pseudo-tonale Spielen der Devices (z.B. Kick oder auch Kplus). Man findet in den meisten DrumSynth Devices einen "Keyboard"-Schalter in der Velocity Routing Zone

Was denkst Du, ist eine gute Herangehensweise, wenn man Max for Live lernen will?

Zunächst bedeutet Max for Live zu lernen ja Max zu lernen, es gibt hier fast keine Unterschiede. Max hat sehr gute, integrierte Tutorials, die quasi Pflicht sind. Ansonsten empfehle ich das "reverse-engineering" von Devices und Patches, um die Struktur und die einzelnen Elemente zu verstehen. Geduld muss man etwas mitbringen, Max zu lernen dauert seine Zeit. Dafür bietet es sehr viele Möglichkeiten - das zahlt sich natürlich hinterher aus. Das Schöne an Max (for Live) ist, dass nahezu alles von jedem modifizierbar und wandelbar ist und sich den eigenen Bedürfnissen anpassen lässt.

Das Innenleben der Kick (klicke auf das Bild, um es in größerer Auflösung zu sehen):

Für alle, die nicht mit Christian Kleine's Musik vertraut sind, auch darin hört man seine Liebe zu analogen Synthesizern auf jedem Track:

Hast Du den DrumSynth schon probiert? Was hältst Du davon?