Backup von Ableton Live Projekten

Sobald Du ein Projekt beendet hast, egal ob es sich um einen Track, eine EP oder ein ganzes Album handelt, solltest Du sicherstellen, dass Du in Zukunft immer noch auf die Dateien zugreifen kannst. Nicht nur in den nächsten Monaten, sondern Jahren. Lass uns einen Blick auf all die Dinge werfen, die bei dem Erstellen von Backups Deiner Arbeit zu beachten sind, so dass Du nicht die gleichen Fehler wie viele andere (einschließlich mir) machen musst.

Alle sammeln und sichern

In Ableton Live werden Audiodateien, die man importiert, nicht automatisch im Samples-Ordner des Live-Projekts platziert, wie es bei allen aufgenommenen und intern verarbeiteten Audiodaten der Fall ist. Wenn Du etwas von einer externen Festplatte oder einem USB-Stick hinzufügst, und diese beim nächsten Öffnen des Live-Sets nicht verbunden sind, werden die Samples als fehlend angezeigt. Verwende die Funktion "Alles sammeln und sichern" im Datei-Menü von Live, wenn Du Dateien importiert hast. Ich habe auch ein ausführliches Tutorial darüber geschrieben und was zu tun ist, wenn man bereits Samples als fehlend angezeigt bekommt.

Spur Einfrieren und Audio Fixieren

Dann gibt es das Problem, dass VST- und AU-Plug-ins nicht weiter entwickelt werden oder neue Versionen die alten Einstellungen nicht korrekt oder gar nicht laden können. Oder Max für Live Geräte, die Du in Deiner Produktion benutzt hast, werden nicht mehr instand gehalten, besonders wenn sie kostenlos waren. Wenn irgendwelche dieser Dinge passieren, wirst Du Schwierigkeiten mit Deinem Live Set haben, wenn Du eine Instrumental-Version oder Edit erstellen willst.

Um dies zu vermeiden, könntest Du die Spuren duplizieren, die Plug-ins oder Max für Live Geräte enthalten, dann mit der rechten Maustaste auf den Track-Titel klicken und "Spur einfrieren" wählen. Live erstellt eine Audiodatei für jeden Session Clip in der Spur, plus einen für das Arrangement. Führe dann erneut einen Rechtsklick auf den Titel aus und wähle "Audio Fixieren". Dies wird die Original-Clips und Geräte mit ihrem hörbaren Ergebnis ersetzen, weshalb ich vorgeschlagen hatte, zuerst ein Duplikat der Spur zu erstellen. Das Original wird durch eine Audiospur ohne irgendwelche Geräte, aber mit allen Clips in Session View und einem in der Arrangement View ersetzt, auch wenn es  vorher eine MIDI-Spur war.

Bounces Erstellen

Wenn eine neue Version von Live veröffentlicht wird, kommt sie mit einer eigenen Klangbibliothek, die sich oft von der vorherigen unterscheidet. Während es möglich ist, eine ältere Live Library weiterhin zu verwenden, können Programmänderungen in den Geräten den Ton manchmal ändern. Mit all den Dingen, die veraltet sein können, ist es das Beste, Bounces (Audiospuren) zu erstellen, um all diese Tücken zu vermeiden.

Jetzt zur Frage, wie Du die Tracks rendern willst. Es gibt mehrere Optionen und alle haben Vor-und Nachteile. Die, die Dir mehr Kontrolle geben, brauchen mehr Zeit beim Erstellen, so dass Du entscheiden musst, welche die beste für Dich ist.

Zuerst musst Du den Zeitraum auswählen, den Du exportieren möchten. Es ist üblich, die Loop-Klammern zu verwenden, um den Start- und Endpunkt im Arrangement zu setzenn. Wähle nun "Audio/Video exportieren" aus dem Datei-Menü oder verwende die Tastenkombination Cmd +Umschalttaste + R (Mac) oder Strg +Umschalttaste + R (Win). Das Dialogfenster Export wird geöffnet. Wähle die Sample-Rate und Bittiefe, mit der Du in dem Projekt gearbeitet hast.

Alle Einzelspuren

Im ersten Dropdown-Menü direkt neben "Gerenderte Spur" kannst Du "Alle Einzelspuren" wählen. Dies erzeugt Audiospuren für jede einzelne Spur in Ableton Live einschließlich Gruppen-, Return-Spuren und dem Master.

Pro: Schneller automatisierter Prozess.
Kontra: Eine exportierte Datei pro Return-Spur, egal von wie vielen Spuren Audio durch seine Effekte gefüttert wurde.

Einzelne Spuren mit dem Output der Return-Spuren

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, alle Spuren separat zu exportieren, einschließlich der Outputs der Return-Spuren, an die das Audio gesendet wird. Der einfachste Weg, dies zu tun, ist es, zuerst alle einzelnen Spuren auszuwählen, die nicht irgendwelche Return-Spuren füttern. Verwende die Tastenkombination Cmd +Umschalttaste + R (Mac) oder Strg + Umschalttaste + R (Win), wähle "Nur ausgewählte Spuren" aus dem Dropdown-Menü neben "Gerenderte Spur" und exportiere diese. Dann musst du die ersten Spur, die Du samt Output der Return-Spuren exportieren möchtest, solo schalten. Wähle nun "Master" im ersten Dropdown-Menü im Dialogfeld Export und exportiere. Wiederhole dies mit allen Spuren, die die Sends nutzen.

Pro: Alle exportierten Spuren enthalten alle Effekte.
Kontra: Spuren müssen manuell exportiert werden.

Einzelspuren und separate Outputs von den Return-Spuren

Wenn Du noch mehr Kontrolle über die Effekte benötigst, kannst Du einen Export aller Einzelspuren durchführen und die erstellten Spuren für jede Return-Spur löschen, weil wir diese nochmals rendern werden. Dann wähle die erste Spur, die Audio an eine Return-Spur sendet und schalte sie solo, verwende die Tastenkombination Cmd +Umschalttaste + R (Mac) oder Strg +Umschalttaste + R (Win) und im Dropdown-Menü neben "Gerenderte Spur" wähle die erste Return-Spur, in die die solo geschaltete Spur Audio sendet. Wiederhole dies mit allen anderen Return-Spuren, in die sie Audio schickt. Dann weiter zur nächsten Spur und wiederhole das Prozedere.

Pro: Für maximale Kontrolle werden die Return-Spuren pro Einzelspur exportiert, die Audio an sie sendet.
Kontra: Dauert am längsten, da die Return-Spuren mehrfach manuell exportiert werden müssen.

Mach ein Backup

Okay, jetzt, wo Du die Dateien Deiner Produktionen vorbereitet hast, so dass Du in Zukunft Zugang und genügend Kontrolle über sie haben solltest, gibt es noch einen letzten Schritt. Erstelle ein Backup (besser zwei, da Festplatten auch versagen können) der Live-Projekte und der Bounces auf einer externen Festplatte und/oder irgendwo in der Cloud.

Das war's. Jetzt ist Deine Arbeit gut gesichert und bereit, aufgerufen zu werden, wann immer Du sie brauchst.

Lass mich wissen, wenn Du weitere Fragen oder eigene Anregungen hast.

By |2017-06-16T15:04:17+00:00Juni 16th, 2017|Tipps zur Musikproduktion|0 Comments

About the Author:

Madeleine Bloom is a musician, producer, multi-instrumentalist and singer from Berlin. She studied Electroacoustic Music at the Franz Liszt Conservatory. In the last few years she's worked as a technical support for Ableton and has helped countless people with her in-depth knowledge of Ableton Live, various other music apps as well as audio engineering.

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